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Die LPG auf der "Spur der Steine" im Erzgebirge

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Eine geologische Exkursion des Teams LPG unter Leitung von Peter Hallas.

Im Wonnemonat Mai machte sich die LPG mit einem kompletten Mixedboot auf "Die Spur der Steine" - bei "strömendem" Sonnenschein. Peter hatte das Team eingeladen, an einer geologischen Führung durch das Erzgebirge teilzunehmen. Er hatte sein Programm fundiert ausgearbeitet und vorbereitet - um neue Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und andere Zivilationen. Dabei stieß die LPG in Regionen vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hatte...

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Erster Programmpunkt unserer Reise durch die Erdzeit waren die Katzensteine bei Pobershau. Hier erhielt das Team einen ersten Überblick über den Stand der investigativen Ermittlungen, die Peter an der Bergakademie Freiberg zur Geologie des Erzgebirges anstellt. Widrige Witterungsbedingungen machten den Einsatz modernster technischer Hilfsmittel wie Geologenkompass, Karte, Lupe, Hammer und einem ersten Sterni nötig, damit wir sicher unser Ziel erreichten. Grandiose Gneisgipfel überragen die tosenden Fluten der Schwarzen Pockau im Tal, langsam und mit gebotener Vorsicht tasteten sich die Forscher im Nebel an die fast lotrecht hinabstürzende Felskante heran: immerhin 706m* über dem Meeresespiegel gelegen!

Kühn den Hammer schwingend machte sich die Gruppe ungeachtet des strömenden Regens frisch ans Werk, um mehr über den "Cirle of Stones" zu erfahren. Uns schwirrte der Kopf von all den Metamorphosen, Anatexis, Sedimentation und Diagenesen, unter denen auch heute noch die sächsischen Steine leiden. Bitte nicht verwechseln: der "Cirle of Life" wird nur in den "gebrauchten Bundesländern" wie z.B. in der Dresnder Partnerstadt Hamburg getanzt: dann natürlich überdacht und klimatisiert.

Als nächstes stand eine praktische Übung auf dem Programm: das Aufschütteln und Glattstreichen der Wollsack- (auch Matratzen-) verwitterungen an den Greifensteinen. Diese Aufgabe konnte nicht zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst werden, weil die Matratzen einfach zu nass waren und noch auslüften mussten. Daher wechselte das Team in die nahe gelegene Schutzhütte am Wegesrand, die nicht nur die erzgebirgische Mundart bewahrt, sondern auch die eine oder andere Erbsensuppe mit Bratwurst, grüne Klöße und auch authentische Glasbiere. In gemütlicher Runde klärte uns Peter über die jüngsten Vorfälle im Erzgebirge auf und voller Entsetzen mussten wir feststellen, was uns bislang angetan wurde:

  • Hätten Sie gewusst, dass das Erzgebirge mal mit über 7000m Höhe dem Himalaya in nichts nachstand? Hätte man uns nicht in mühevoller Kleinarbeit so peu a peu die Berge geklaut, müsste man heute nicht nach Kathmandu fliegen und das Basislager läge zweifellos am Fuße des Fischtelberges.

So hat man aber die geklauten Sedimente genutzt, das Leipziger Becken aufzufüllen: nur damit Leipzig endlich mal sich auf gleicher Augenhöhe wie Dresden befindet!
Schuld daran ist letztendlich nur das böse Scharnier von Leipzig, an der die Pultscholle des Erzgebirges sich dreht und windet.

Das Team war der einhelligen Meinung, das es Aufgabe der sächsischen Politiker sei, dem einen Riegel vorzuschieben und die Renaturierung des Erzgebirges voranzutreiben. Man stelle sich vor, wir hätten in einigen Jahren nicht nur den OO*** sondern auch den EE**** , Was das für den Tourismus, die Marina der freien Republik Knappensee***** und den Dresdner Flughafen bedeuten würde!!!

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Mit Erbsensuppe und Zorn im Bauch fuhren wir dann in die Zinngrube Ehrenfriedersdorf ein. Im tiefsten Innern des Sauberges demonstrierte uns ein Überlebender der sozialistischen Planwirtschaft, unter welchen Mühen und gefahrvollen Bedingungen mit dröhnenden Stahlmostern das lebenswichtige Zinngestein aus der Grube geholt wurde. Die Mächtigkeit der Zinnflöze betrug wohl bis zu 0.000015km oder anders gesagt 1.00269e-13 astronomische Einheiten**. Bis zu 100.000 Mark der DDR soll die Förderung einer (1) Tonne Zinn gekostet haben. Daher weiss ich nun endlich, warum mein Papa vor über 40 Jahren wenig "amused" war, als ich sein geliebtes Stangenlötzinn in wunderschöne abstrakte Zinnfiguren umgegossen hatte. Unter basaltischen Palmen (genauer gesagt dem Palmwedel am  Hirtstein) endete dieser bemerkenswerte und denkwürdige Tag für die LPG. Nachdem wir mehrfach die Palme geschüttelt, fotografiert und begangen hatten, wurden heisshungrig die letzten kalten Bowus verschlungen und hielt man noch einmal kurz ein Zwiegespräch....dann ging es auf die lange und gefahrvolle Heimfahrt in den Alphaquadranten nach DD.

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Die LPG bedankt sich bei Peter für diese schöne geologische Wanderung, bei dem Bergmann aus Ehrenfriedersdorf für die interessante und erlebnisreiche Führung durch das Zinnbergwerk, bei den Fahrern unserer Fahrgemeinschaften für den sicheren Transport, den Fotografen und last but not least bei den erzgebirgischen Schiefern, Phylliten, Basalten und Graniten. Bleibt so, wie ihr seid und vor allem, wo ihr gerade seid! Lasst euch nicht sedimentieren und haltet euch von Leipzig fern! Hilfe ist unterwegs ;-)

Voller Vorfreude auf unsere gemeinsamen, noch anstehenden "populärwissenschaftlichen" Ausflüge zu folgenden Themen:

1) wäßrige Architektur des Dritten Reiches am Bsp. der Regattastrecke Berlin-Grünau zum Köpenicker Frühjahrscup Mai 2014

2) Auswirkungen von nächtlicher Paddelei auf das Balzverhalten der Kleinen Hufeisennase beim Nachtrace Fürstenwalde Juni 2014

3) Einsatz von Cannabaceae zur Uferbefestigung am Beispiel von Amsterdam: Feldstudie auf der Bosbaan September 2014.

4) auf den Spuren der Premysliden: Prag Tragedky Oktober 2014

5) Ist in den Bleilöchern wirklich noch Blei? Ein Feldversuch in der Saalekaskade/ Bleilochtalsperre Oktober 2014

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Nur zur Sicherheit, damit es nicht irgendwann/ irgendwo mal ein LPGplag gibt:

* Quelle Wikipedia, der Felsen selbst soll 80 oder auch 90m hoch sein
** umrechnen lassen kann man das ganz leicht im Internetz
*** OberlausitzerOzean = by LFK
**** ErzgebirgsEverest = by LFK
***** gegründet Sommer 2013 durch die LPG. Entstehen sollen dort neben einer Sportboot- und Segelbootmarina auch eine Anlegestelle für die AIDA und ein Terminal zur Übernahme von amerikanischem Fracking- Erdgas, das dann in Schwarzen Pumpe verhüttet werden soll. Der Knappensee soll überdacht und mit einer Pioniereisenbahn via Dresden mit dem Erzgebirge verbunden werden. Einen Bahnhofsvorsteher haben wir schon. Mit der Einführung der "Knappen" als gesetzliches Zahlungsmittel gegen 2022 werden dann auch Beitrittsverhandlungen zur EU beginnen.

Es winkt erwartungsvoll in die Runde: der Frank



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