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Marathon in Berlin 2015 am Sonnabend, den 17.10.2015

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Stefan Drachenbootliga Dragonboatevents hatte wieder eingeladen zum alljährlichen Drachenboot- und OC-6-Marathon, dem sich diesmal vier Drachenbootteams und ein OC-6 stellten.

Marathon Berlin 2015 - Bild 01
Berliner Drachenboot- und OC6-Marathon 2015

Mit den Schweriner Wikingern (Allstars Schwerin mit Beteiligung der Red Devils, Zuariner, Turtles etc.) und den Uckerdrachen gesellten sich zwei Teams hinzu, die wir noch nicht auf dieser Langstrecke gesehen hatten.

Die Achse des Guten und T&T Dragons waren uns dagegen schon aus den Vorjahren bekannt. Anke konnte wegen Ihrer Hand-OP leider nicht mitfahren, so saß ich als einziger Schleswig-Holsteiner mit im Boot des Teams "Die Achse des Guten" aus Dresden, Pirna, Riesa und Neuruppin, während Anke die Bilder vom Begleitboot und von Land aus schoss.

Marathon Berlin 2015 - Bild 02
Berliner Drachenboot- und OC6-Marathon 2015

Drei Teiletappen waren zu bewältigen, die jedesmal wieder zum Ausgangspunkt zurückführten, umziehen war also möglich, was sich später als sehr nützlich herausstellen sollte. Das erste Stück wurde im Massenstart gestartet, nur der Outrigger fuhr mit Vorsprung vorweg, da seine Geschwindigkeit bei knapp 10 km/h lag und wir auf über 11 km/h - 12 km/h kommen würden. Ja, und dann ging es los, worauf alle schon hin gefiebert hatten, die längste Wettfahrt des Jahres... Das Wetter war kühl, aber es regnete nicht und der Wind war mäßig. Alle 4 Boote fuhren eine Kurzstrecken-Startfrequenz, wir 1 - 30 und dann mit Druck weiter, weder uns noch anderen Booten gelang es sich abzusetzen. 16 km lagen vor uns. Einen zwischen den Booten liegenden Brückenpfeiler nutzte dann das Schweriner Boot nach ca. 1,5 km für einen Angriff, der auch gelang. Das Boot beschleunigte und war weg und wir kamen auch nicht mehr heran. Die anderen 3 fuhren eine Zeitlang weiter bis sich der Verband noch vor der Wende auflöste. Diese erfolgte um eine große Skulptur, um deren Füße wir fuhren. Name der Skulptur: "Molecule Man“, eine 30 Meter hohe, seit 1999 in der Spree stehende Metallskulptur des amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky, die auffälligster Bestandteil der reichen Sammlung konstruktiver und konkreter Kunst der hier ansässigen Allianz-AG ist. Die Boots-Reihenfolge änderte sich nicht mehr. Vorweg die Schweriner, dann die Uckermarker, dahinter wir und schließlich die T&T-Dragons. Unterwegs gab es durch die Berufsschifffahrt immer wieder schöne Querwellen, eine davon musste nun unbedingt bei mir über die Bordwand und die Oberschenkel ins Boot schwappen. Glücklicherweise war es nicht mehr so weit ins Ziel, wo dann 20 min pausiert wurde mit heißem Tee und anderen Stärkungsmitteln. Ich nutzte die Pause zum Komplettumzug mit Trockenjacke und Regenhose, das erwies sich dann als wasser- und kältebeständige Lösung.

Marathon Berlin 2015 - Bild 03
Berliner Drachenboot- und OC6-Marathon 2015

Das 2. Teilstück ging im Einzelstart als Verfolgungsrennen über 13 km, diesmal links rum. Der OC-6 mit dem Team Albatros vorweg, dann die langsamsten zuerst, also T&T. Wir fuhren 30 Sekunde zeitversetzt los und konnten recht rasch auf T&T auffahren, aber leider lange Zeit nicht an ihnen vorbei kommen, sie bissen sich an unserer Welle fest und fuhren jeden Ausreißversuch mit. Erst nach ungefähr 5 km konnten wir uns mit einem langgezogenen Sprint endlich lösen und absetzen, während die zuletzt gestarteten Boote immer näher gekommen waren. Leider versteuerten wir uns dann beim Runden der zu wendenden Insel, einer sagte links, der andere rechts, im Ergebnis fuhren wir dann eine um 200m zu große Wende und alle 3 Boote fuhren im Pulk innen an uns vorbei. Das war ernüchtern nach dem harten Kampf vorher... Wir konnten auch nicht aufschließen, die Distanz wurde immer größer, der Frust hatte an der Motivation genagt. Also, wieder auf sich selbst besinnen, seinen Rhythmus finden und weiterfahren. Olaf Wiefel, unser Steuermann gab immer wieder Impulse und so gelang es uns doch noch wieder an T&T heranzukommen, die sicher schon 70 - 80 m vor uns gelegen hatten und im Endspurt etwa eine halbe Bootslänge vor ihnen ins Ziel zu fahren. Nun, klar war das die Plätze 1 und 2 dieses Jahr an die anderen etwas stärkeren Teams vergeben waren, nun wollten wir im 3. Teilstück auf jeden Fall unseren 3. Platz halten. Nach einer Stärkungspause ging es dann wieder zum Massenstart, wieder gaben beim Start alle alles, alle fuhren parallel bis sich links das stärkste Boot, die Schweriner abzusetzen begannen, die daneben fahrenden Uckermarker mussten sie ziehen lassen und wir konnten die Welle der Uckermarker nicht halten. Also lief es auf einen Zweikampf zwischen T&T und uns um Platz 3 hinaus. Der dauerte quasi das ganze letzte Teilstück. Zwar konnten wir uns zwischendurch absetzen, aber nur bis zu 3 Bootslängen, mehr ließen sie trotz unserer harten Arbeit am ständigen Druck im Boot nicht zu. Und im Ziel war es dann nur noch eine knappe Bootslänge, die wir hart verteidigen mussten. Aber genau so macht das den Reiz eines solchen Wettkampfes aus. Alle Paddler aller Teams, die meisten schon erfahrenere Langstreckenpaddler, haben sich richtig angestrengt. Am Ende gewannen die Schweriner mit einer tollen Zeit von ca. 3:30 h vor den Uckerdrachen mit ca. 3:36 h und uns mit ca. 3:42 h sowie den T&T Dragons mit ca. 3:44 h. Der OC-6 mit unseren Rendsburger Freunden von FTE benötigte ca. 4:22 h für die 42 km. Unser Schnitt lag übrigens bei etwa 11,34 km/h. Es war wieder mal ein toller Wettkampf, der auch immer wieder eine ganz besondere persönliche Erfahrung ist. Mir hat es wie wohl den meisten trotz der Schmerzen (oder wegen ihnen?) wieder viel Spaß gemacht, einfach weil man auch stolz auf die erbrachte eigene und die Teamleistung sein darf. Da ist die Platzierung zweitrangig, zumal es ja keine Altersunterschiede gibt und somit auch älter gegen jünger fährt.

Marathon Berlin 2015 - Bild 04
Berliner Drachenboot- und OC6-Marathon 2015

Stefan, vielen Dank für Dein Event und Danke auch an die vielen Helfer an Land in den Zelten mit Kuchen, Kaffee und Gulasch und auf dem Wasser in den Begleitbooten. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei, aller Voraussicht nach dann mit dem eigenen OC-6.

 

Jörg Oppor Gastpaddler im WSV-Team

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