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6. Prague Dragon Autumn

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Ausstieg vorn, oder: Erlebnisse am Rande

Nach der Pause im Vorjahr begab sich der Tross der LPG im Jahr 2010 wieder nach Prag. Die Anreise erfolgte wie üblich per Zug, um sich gemeinsam einzustimmen. Nach der Ankunft stand schnell fest, dass die Herberge das bereits bekannte Chili-Hostel sein würde. Ein straffer Fußmarsch durch die Stadt und ein mal quer über den Wenzelsplatz, dann war das Ziel erreicht. Der Freitag Abend wurde im Haus des Bieres bei Speis und Trank gut verbracht. Auf weitere Details wird an dieser Stelle verzichtet, denn der folgende Tag hielt mit den ersten Wettkämpfen spannenderes parat.

Prag 2010
Einschwören auf das Rennen

Den Auftakt sollten die 1.000m bilden. Hierbei bot das Team eine geschlossene Leistung, und vom subjektiven Eindruck konnten wir zu den vor uns gestarteten etwas aufschließen. Da auch der Abstand nach hinten für unser Empfinden nicht kleiner wurde, sollte es eigentlich ein gutes Ergebnis werden. Dieses wurde jedoch erst am Abend bei der Siegerehrung verkündet. Der dritte Platz war dann ein wenig enttäuschend, hatten wir uns vom Rennverlauf her doch mehr erhofft. Aber egal, ein Pokal und zwei Sekunden Differenz zum Ersten bei Prager Verhältnissen sind nicht die Welt.

Die zweite Disziplin des Tages war die im "Traditional indonesian boats" über 600m mit nur zwölf Paddlern. Bereits im Training auf der Elbe wurde die Paddelei auf dem Süllrand simuliert, und genau diese Vorbereitung sollte Früchte tragen. Mit der zweitbesten Vorlaufzeit, knapp vor der Laubegaster Konkurrenz hatten wir uns für das Finale qualifiziert. Der Start verlief ganz passabel, aber der Gegner war uns bis zur Wende voraus. Die hatte der tschechische Steuermann jedoch exzellent anvisiert, so dass wir daraus Kapital schlugen. Mit kräftigem Anschieben über die extra langen aber dünnen Paddel brachten wir uns in Front. Dadurch angespornt konnten wir auch Dank eines kleinen Endspurts die Führung behaupten und brachten den Sieg ins Ziel. Die Freude darüber war natürlich riesig im Lager der LPG, auch wenn nicht alle an diesem speziellen Erlebnis aktiv teilhaben konnten. Bei der Siegerehrung für diese Kategorie kam uns dann noch eine besondere Ehre zu Teil. Der indonesische Botschafter übergab uns persönlich den Siegerpokal sowie eine separate Medaille.

Prag 2010
Erlebnis auf dem Rand

Der Abend klang für unser Team bei Musik und einem kleinen Lagerfeuer auf dem Festivalgelände aus, doch das sollte nicht alles gewesen sein. Nachdem bereits die indonesische Variante des Drachenbootfahrens ein Erlebnis auf dem (Süll)-Rand war, gab es noch ein weitere Anekdote am Rande und zwar Dietlof und die Straßenbahn. Es passierte auf dem Rückweg zum Hostel, unterwegs in einem guten alten Tatrawagen, wie man ihn von Dresden her auch kennt. Die Stimmung war gut - was Wunder: hatten wir uns doch bereits 2 Pokale erkämpft. Nein, die Stimmung war nicht nur gut, sie war ausgelassen. Der ganze Wagen hallte wider von der Freude und dem Stolz auf das Erreichte. Hinzu kam, dass eben jener Pokal präsentiert wurde, gefüllt mit Chantre Rouge, einem Branntwein-Cuve aus Rotwein. Nun begab es sich, dass ich (Dietlof) eben diese Flasche wohl nicht schnell genug wieder in meiner Reisetasche verschwinden ließ, so dass der Straßenbahnfahrer dieselbe in meiner Hand sah, Welch ein verdrießliches Gesicht. Irgendwann später konnte ich beobachten, wie ein Mitreisender einen Knopf in der Wand der Straßenbahn vor seinem Sitz betätigte, und darauf hin derselbe, und der an der Haltestange vor der Tür grün leuchtete. "Eine Anzeige eines Haltewunsches an der nächsten Haltestelle also" dachte ich mir. Gut zu wissen, dass es sowas auch in Prag gibt. Minuten später kamen wir in die Nähe unseres Hostel. Wie vorher beobachtet, drückte ich den Knopf. Höchstens 2 Sekunden später bremste die Bahn, noch gut 50 Meter vor der Haltestelle. Plötzlich stand der Fahrer in der Kabinentür, und ein lautstark vorgetragener Wortschwall gefühlter 5-minütiger Länge kündete von höchster Erregeung und wohl auch Verärgerung des Fahrers. Ich muss ihn wohl sehr unverstanden und neugierig-freundlich angeschaut haben, denn nach seinem Vortrag öffnete sich die Ausstiegstür. Der Fahrer wies uns den Weg hinaus, worauf hin ich, des Tschechischen nicht mächtig, mich mit einem freundlichen "thank you" bedankte. Ich verließ den Wagen gefolgt von den anderen. Die Bahn fuhr daraufhin weiter zur Haltestelle und hielt erneut. Und wenn ich vorher gewusst hätte, welche Folgen mein Druck aufs Knöpfchen hatte, ich hätte doch glatt 50 Meter früher...

Prag 2010
das Team zu Wasser

Am Sonntag ging es dann problemlos mit der Straßenbahn zur Wettkampfstrecke. Hier standen nun noch die Rennen über die 250m-Strecke auf dem Programm. Die Verteilung der Wettkämpfe auf zwei Tage tat der Veranstaltung gut. So begannen die Rennen nicht zu früh, und konnten ohne Hektik über die Bühne gebracht werden. Wir starteten im International-Cup, zusammen mit den Mannschaften aus Laubegast (Löwen, sowie Tiger) sowie den Energie-Drachen bzw. Energie-Drachen & Friends. Aus den Vorläufen schafften es die Energie-Drachen & Friends, Dresdner Löwen sowie wir bis ins Finale. Anhand der Ergebnisse aus den Vorläufen schien uns der dritte Platz zu winken, doch der Vergleich mit den Löwen aus Laubegast um die Vorherrschaft auf der Elbe sorgte für zusätzliche Motivation. Mit besserem Start und gelungenem Endspurt konnten wir uns den zweiten Platz hinter den Energie-Drachen & Fiends sichern, und somit die Löwen hinter uns lassen. Und schon war ein kompletter Satz an Pokalen gesichert, Platz drei über die 1.000m, Platz eins über 600m (indonesisch) und Platz zwei über die 250m.

Durch unsere guten Leistungen hatte der Veranstalter noch ein Extra-Bonbon für uns parat. Alle Cup-Sieger standen sich in einem Super-Finale über 100m noch einmal gegenüber. Über diese Sprintstrecke konnten wir nochmals einen Platz auf dem Treppchen erringen, denn wir kamen als Dritte ins Ziel. Zum Abschluss gab es noch eine schöne Geste, alle Finalboote kamen zusammen und bildeten quasi ein Boot. Diese Formation gab insbesondere für die Außenstehenden ein schönes Bild ab.

Bericht: Dietlof & IKKe
Bilder: Marketa Ruckova, Ondrez (Fopa-Klub), Prague Dragons

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