Schlössercup 2010
"Wie die Eisheiligen die LPG kalt ließen!"
Im Mai eines jeden Jahres findet bei unseren Freunden vom VKD der Schlössercup statt. Es ist bei der LPG schon Tradition geworden, diese Dragolympischen Spiele als Saisonauftakt zu nutzen.
Die Dragolympischen Spiele sind ein Wettkampf der ganz besonderen Art. Zum Einen wird gepaddelt, ganz klar! Aber danach messen die Teams ihre Kräfte in weiteren Disziplinen wie Paddelweitwurf, Drachencurling, PingPong, Bierkastenstapeln und so weiter.
Also wurde in Windeseile der Startplatz gesichert und nun ging es daran, sich richtig vorzubereiten. Da sich die Anmeldeflut in diesem Jahr in unseren Reihen sehr übersichtlich gestaltete (das verlängerte Wochenende mit Christi Himmelfahrt tat sein übriges), wurden flugs einige Kräfte der EMM aktiviert. Zu unserer Freude integrierten sich diese auch bei den Vorbereitungen unseres Teams. Ein scharfes Training absolvierten wir somit an einem Montag in Absprache mit den BlueWonderDragons. Kurzum: der Schlössercup konnte kommen.
Doch es zogen dunkle Wolken am Horizont auf oder waren es die Vorboten der Eisheiligen? Am Vorabend des Wettkampfes war unser Boot lediglich noch mit 15 Leuten "bestückt". Was nun? Jetzt wurde der beispiellose Teamgeist der Sektion Drachenboot unseres Vereins sichtbar. Die Teamverantwortlichen sorgten umgehend für Ersatz, wobei das Wort "Ersatz" hier eigentlich fehl am Platze ist. Es waren Drachenboot-Sportler, die nicht lange überlegen mussten und hoch motiviert an ihre "Arbeit" gingen. Und das alles, obwohl es nicht das eigene Team war. Schnell wurde noch eine Sitzordnung aus dem Boden gestampft, der neue Steuermann eingewiesen und dann konnte es losgehen.
So traf sich am Samstag morgen ein bunt gemischter Haufen Aktiver und Schaulustiger. Schon das Wetter war eine pure Herausforderung: nass, kalt und grau. Einige wollten sogar schneebedeckte Berge gesehen haben. Aber das alles konnte uns nicht abschrecken und wir zogen los, fest gewillt den Olymp zu besteigen.
Im Gegensatz zu den vorangegangen Jahren stand als Erstes die Kurzstrecke mit 800m auf dem Programm. Hierbei wurde gleichzeitig die Startreihenfolge für die Langstrecke vergeben. Der Start in diesen Sprint gelang uns hervorragend und der Streckenschlag war angemessen hoch. Auch wenn man das Gefühl hatte, kurzzeitig eingebrochen zu sein, erreichten wir nach 3:52,10 Minuten das Ziel und belegten hinter Friedersdorf und Schwabenpower den vorläufigen 3. Platz. Im Umkehrschluss bedeutete dies, dass wir im fliegenden Start für die Langstrecke vom drittletzten Platz aus ins Rennen gingen.
Nach kurzer Verschnaufpause ging es los: wie an einer Perlenschnur reihten sich die Boote aneinander und schon war das Startkommando zu vernehmen. Durch diesen Massenstart war die Elbe recht aufgewühlt. Aber genau das lieben wir ja und so konnte unsere Treibjagd beginnen. Bis zum Blauen Wunder konnten wir die ersten Boote der Konkurrenz hinter uns lassen. Das Ziel unseres Steuermannes war eindeutig: Wir wollen als Erster am Wendepunkt sein. Und genau das vermittelte er uns. Angetrieben vom eigenen Ehrgeiz hatten wir vor der Wende mit den Sonntagsfahrern aus Friedersdorf und den Ghostdragons aus Halle nur noch 2 Boote vor uns. Apropos Wende. Dieses Manöver kann durchaus als Kampfwende beschrieben werden. Zwischen dem Motorboot (welches als Wendepunkt diente) und uns lagen gefühlt nur einige wenige Zentimeter. Selbst der Kleinboot-Kapitän hatte kurzfristig Angst um seinen Heckmotor. Doch genau das macht ja diesen Wettkampf aus und schon lagen direkt vor uns die Ghostdragons. Der Angriff begann seitens der LPG. Stück für Stück kamen wir ran und schlossen auf. Die Hallenser konterten mit wütenden Gegenangriffen. Keiner konnte sich absetzen bzw. den Überholvorgang beenden. Es entwickelte sich ein spannender Zweikampf. Hier wurde sich nichts geschenkt und keiner bemerkte mehr, dass wir eigentlich bei ca. 9 Grad Außentemperatur und leichtem Nieselregen unterwegs waren. Die Wucht unserer Paddelschläge wurde durch zwischenzeitliches Anschieben erhöht und kurz vor dem Blauen Wunder war es so weit, wir hatten sie hinter uns gelassen. Nur knapp, aber das ist ja egal. Im weiteren Verlauf der Strecke ließ unser Elan nicht nach und so wurde der Abstand ständig vergrößert und der 2. Platz gefestigt. Die führenden Friedersdorfer hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits einen respektablen Vorsprung herausgepaddelt. Nach knapp über vierzig Minuten erreichten wir erschöpft aber überglücklich das Ziel. Die LPG mit all ihren Helfern bot eine hervorragende Leistung und auch unsere neuen Damen (Anne, Konstanze) haben sich wacker geschlagen. Der Lohn – der 2. Platz !!!
Nach der Paddelei ging es in den 2. Teil der Dragolympischen Spiele über, den sogenannten "Landspielen". In unserer Paradedisziplin, dem Drachencurling versagten die Nerven. Nach der Punktlandung durch IKKe im letzten Jahr erreichten wir nur einen enttäuschenden 10. Platz. Lag es an den Anschiebern, an der Wettkampfstrecke, dem Gewicht des Curl oder hatten gar die Eisheiligen wieder ihre Hand im Spiel? Wir werden es wohl nie erfahren. Aber es gab ja noch andere Möglichkeiten, Punkte für die Endabrechnung zu sammeln. Das Skifahren machte uns besonderen Spaß, wobei wir den Wettkampfcharakter außer Acht ließen und vergaßen die Punkte mitzunehmen. Im Bierkastenstapeln (in der Besetzung mit Andreas, Hardy und mir) und im Paddelweitwurf (Bettina mit Steffen) konnten wir jedoch wieder Boden gut machen.
In der Gesamtwertung reichte es somit zum Bronzerang, sprich - dem 3. Platz. Wir bedanken uns beim WSV für die Bereitstellung der Boote und Übernahme der Startgebühr. Gleichzeitig möchten wir dem Veranstalter Danke sagen, und freuen uns jetzt schon auf den Schlössercup im Jahr 2011 mit all seinen überraschenden Spielen.
PS: Im Nachhinein wurde unser 3. Platz im Sprint in einen 2. Platz korrigiert. Es kam eben alles ein bisschen anders als erwartet.
Bericht: Björn (alias Uschi)



