Schlössercup 2009
Die LPG bringt es auf den Punkt
Am Morgen des 02. Mai hieß es wieder, der Verein Kanusport Dresden (VKD) ruft zum nunmehr vierten Schlössercup. Das Teilnehmerfeld bot bei Sonnenschein ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Die üblichen Verdächtigen aus Witten, Ulm, Berlin, Halle/Saale, Frankfurt/M., Friedersdorf sowie die umliegenden sächsischen Teams (Dresden-Laubegast, Riesa) hatten den Weg nach Tolkewitz gefunden. Es gab (mit dem Ausrichter und uns) somit ein zehn Mannschaften umfassendes Teilnehmerfeld, welches sich dem Wettstreit in den diversen Teildisziplinen der Drag-Olympischen Spiele stellen wollte.
Doch erst einmal gab es bei dem Veranstalter Grund zur Freude. Ein neues Boot wurde nach altehrwürdiger chinesischer Tradition getauft. Es bekam den ungewöhnlichen Namen "Herr Krause". Der Ursprung des Namens blieb dabei geheim oder wurde bewusst verschwiegen.
Die allgemeine Feierlaune schien sich mehr als üblich auf den eigentlichen Start auszuwirken. Der Auftakt zu dem Langstrecken-Rennen über 8.000m zog sich ewig hin, wobei diese Verzögerungen nicht gerade für Ruhe und Gelassenheit sorgten. Dazu trug auch das hohe Verkehrsaufkommen auf der Elbe bei. Dann waren die Boote endlich in den zwei Startreihen formiert und mit dem Signal "are you ready - attention - go" ging es los. Gleich zu Beginn des Rennens konnten wir uns mit im Vorderfeld platzieren. Mit dem Wissen das Rennen wird erst nach der Wende wirklich entschieden, wurden nicht zu viele Kräfte verschwendet. Die Riesaer gingen als erste in diese und kurz darauf folgten Friedersdorf und wir. Mit einer beherzten und knackig gefahrenen Wende schoben wir uns auf den zweiten Platz vor und machten uns auf die Verfolgung. In Höhe des Loschwitzer Hafens hatten wir gleiche Höhe erreicht, was sicher durch die Streckenkenntnis begünstigt war. Bis zum Blauen Wunder sollte sich das Kopf an Kopf Rennen nun weiter fortsetzen, bis sich die Riesaer erneut absetzen konnten. Mit letzter Kraft retteten wir dann auf der Strecke den zweiten Platz ins Ziel. Aufgrund des Reglements gab es für die Friedersdorfer (und alle anderen Starter aus der zweiten Reihe) eine Zeitgutschrift, sodass wir tatsächlich "nur" den dritten Platz belegten. Trotzdem war die Zeit im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Steigerung und sorgte für zufriedene Gesichter.
Im Anschluss daran gab es eine kleine Pause, bevor es zu Lande um weitere Punkte für die Gesamtwertung ging. Im Tauziehen wurde bewusst auf minimalen Einsatz gesetzt, was nicht überall auf Verständnis traf. Im Paddelweitwurf gab es für Steffen nicht nur gute Haltungsnoten sondern auch eine ansprechende Weite von über 22 Meter. Aber wie auch in den Vorjahren waren die Ergebnisse hier sehr durchwachsen. Im Skilanglauf erlebten wir als Titelverteidiger eine herbe Schlappe, und wurden nur Vorletzter. War ‘Wiesi’ voriges Jahr allein Gold wert? Andererseits konnten wir im Eierlei wieder gut punkten, und holten Platz zwei. Mit Spannung wurde nun die vorerst letzte Disziplin zu Lande erwartet. Das Drachencurling stand nun auf dem Plan. Ich war mir meiner Aufgabe bewusst, möglichst nahe an die Markierung zu kommen. Nachdem die entsprechenden Vorbereitungen getroffen waren, ging es von vier Teamkollegen beschleunigt auf die Reise über die gut gewässerte und shampoonierte Bahn. Der erste Versuch ließ noch zu wünschen übrig. Es gab aber noch eine weitere Chance. Scheinbar war nun genau das richtige Maß gefunden, denn die Rutschpartie wurde lang und länger. Diese war erst beendet, als die Nase punktgenau auf dem Zielkreuz landete. Eine Woge der Begeisterung brandete auf, da diese Leistung nur schwer zu schlagen sein sollte. Tatsächlich gelang den folgenden Teams keine so exakte Annäherung, so dass die LPG erstmals an diesem Tage volle Punktzahl einfuhr.
Dieses Ergebnis sollte die Mannschaft noch einmal beflügeln, um auf der 800m Strecke erneut alles zu geben. In umgekehrter Reihenfolge zu den Ergebnissen der Langstrecke ging es an den Start. Die hohe Beteiligung in unseren Reihen ließ eine Änderung der Aufstellung vornehmen und auch noch frische Kräfte einsetzen. Mit diesem neuen Schwung wurde die Distanz in Angriff genommen. Nach knapp weniger als vier Minuten kamen wir bereits durchs Ziel. Dass diese Zeit erneut den dritten Platz beim Paddeln bedeuten würde, war uns in diesem Moment noch nicht bewusst. Die Riesendrachen (Riesa) und Sonntagsfahrer (Friedersdorf) teilten sich dabei wieder die vorderen Plätze.
Der hereinbrechende Abend brachte noch zwei weitere Disziplinen die für Spannung und Spaß sorgen sollten. Beim Bierkastenstapeln (wie immer hier in die Quere, statt in die Höhe) packten die LPG-Frauen gut zu, und landeten weit vorn. Sogar die Herren der LPG hatten dieses Jahr einen guten Dreh raus, und landeten ebenfalls im vorderen Bereich. Neu im Programm war der "Drachenbändiger". Der Drache sah zwar mehr aus wie ein Bulle und sollte dem reiten dienen, aber im Tierreich gibt es ja manch sonderbare Dinge. Aus jedem Team waren drei Personen gefragt, die sich dieser Aufgabe stellen mussten. Markus trat als Erster für uns an. Er konnte sich dank langer "Stelzen" passable 25 Sekunden auf dem Tier festklammern und überzeugte am Ende durch einen eleganten Abflug. Delia hatte danach noch nicht den vollen Schenkeldruck aufgebaut, als der Ritt auch schon wieder vorbei war. Schlussendlich spielte Hardy seine ganze Routine aus. Mit stilsicher-effektivem Hüftschwung trotzte er lange der animalischen Technik, bevor auch er auf der Matte landete. Kurzum - die LPG hat hier nochmals eine gute Figur gemacht.
Für die Verantwortlichen des VKD begann nun die Rechnerei um den Endstand zu ermitteln, und die fällige Siegerehrung vorzunehmen. Für die LPG reichte es dieses mal nicht auf’s Treppchen. Um magere zwei Punkte mussten wir uns den Dresdner Bulls geschlagen geben, und uns folglich mit dem vierten Platz begnügen. Dafür reichte es in der separaten Wertung, Herren der Ringe, zum Bronze-Rang.
So fand zu später Stunde ein ereignisreicher Tag einen gelungenen Abschluss. Der Dank geht insbesondere an das veranstaltende Team des VKD, welches einmal mehr mit viel Ideenreichtum eine Olympiade durchgeführt hat die ihresgleichen sucht. Hier steht nicht der sportliche Wettkampf im Mittelpunkt, denn es geht vor allem darum, gemeinsam Spaß zu haben. Wir als LPG sind bereits auf die bekannten oder auch neuen Disziplinen gespannt und hoffen wieder dabei zu sein, wenn es 2010 heißt - Schlössercup in Dresden.
-Andreas Dörre-





