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Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast

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ein Erlebnis in 3 Akten

Spreewald
mückengeplagte Recken

Prolog

Im Schatten eines nicht ganz unbedeutenden Sportereignisses im und um den brasilianischen Urwald machte sich ein kleiner Haufen LPG-Bauern auf, um die Weiten eines mehr oder weniger unbekannten Waldes zu erkunden. Ja wir reden hier vom ostdeutschen Regenwald, dessen Namen ein Fluss gab. The only one Spreewald. Deswegen war das Ganze auch nicht zu Fuß, sondern per Muskelkraft und per Paddelboot.

Eigentlich wollte die Sportgruppe auf Torejagd beim Kanupolo gehen, aber die "Republik Knappensee" hat ja geschlossen, und somit musste unser Expeditionsleiter Hardy umplanen. So schmiedete er neue Pläne und einige Unentwegte folgten ihm, um den eingangs beschriebenen Regenwald zu erforschen. Die einen hatten ihre Boote auf dem Kfz-Dach, andere im Transporter und manche hatten ihre Schiffe sogar im handlichen Campingbeutel verstaut. Dabei kamen prächtige Modelle zum Vorschein.

1. Akt

Erster Treffpunkt war eine Jugendherberge nähe Burg. Ruck zuck ging es ans Einrichten des Nachtlagers. Also wurden rasch die Zelte aufgebaut. Natürlich durfte die Stärkung auch nicht vergessen werden, folglich wurde das Abendessen gefasst und das Bier kühl gestellt. In der aufkommenden Dämmerung machte sich die ortsansässige Mücke spürbar bemerklich, die sich auch trotz purer Chemie nicht gänzlich abschrecken ließ. Frisch gestärkt ging es trotzdem an den Aufbau der Boote aus dem Campingbeutel. Unter fachgerechter Anleitung wurden die Zweisitzer zusammengesteckt, geschraubt und wohl auch gemeißelt. Der restliche Abend wurde jedenfalls gemütlich bei entsprechenden Fachgesprächen rund um das Leben verbracht.

Spreewald
Gruppenbild zu Wasser

2. Akt – Oberer Spreewald

In aller Herrgottsfrühe beendete der gemeine Spreewaldhahn die Nacht und lud zum Frühstück. Wir folgten ihm, aßen artig alles auf, packten die Zelte zusammen und verstauten alles in die Boote. „Leinen los und volle Kraft ans Paddel“ hieß es nun für das sogenannte Postboot, die Chilischote, den Kolibri I & II, die Nautilus & den RZ namens Andi.

Die ersten Seemeilen vergingen wie im Flug, denn man schipperte von einer Meeresenge zur nächsten inklusive geschickter Ausweichmanöver gegenüber den großen Ozeanriesen (Ausflugsboote der Touristenklasse). Gewieftes Schleusen brachte uns vielmals auf ein anderes Level.

Einige der Reisegruppe erkannten in vorbeifahrenden Touristenkänen Bekannte und Verwandte. Die Freude wurde mit allen geteilt. Das Wetter spielte mehr als mit und immer wieder hieß es, Mücken im Anflug. Aber Dank der Chemie konnten sowohl die Angriffe dieser Mistviecher als auch die gut gemeinten Sonnenstrahlen niemanden ernsthaft schädigen. Für zusätzliche Sicherheit sorgte unser Freund und Helfer zu Wasser. Aufgrund nicht ordnungsgemäßer Beschriftung der Boote wurden einige unserer Sportfreunde zum Stoppen gezwungen und auf diesen Verstoß hingewiesen. Es hat nun einmal jedes Boot einen Namen zu tragen. Von Ordnungshaft wurde allerdings in diesem Falle abgesehen… zum Glück.

Die Mittagsrast verbrachten wir an einem gemütlichen Fleckchen Erde mit anderen osteuropäischen Bürgern. Kurz die deutsche Anstelltaktik am "Ausgabeloch" verraten und schon klappte es mit der Verständigung. Danach ging es in die Weiten des Spreewaldes. Es wurde einsamer und einsamer und auch die Wasserwege wurden irgendwie immer einsamer und auch viel schmaler. Unser Brigadeleiter hatte aber natürlich alles im Griff. Nur die tief stehende Sonne und immer wieder diese Mücken nervten ein wenig. Dennoch wurde von Allen tapfer Seemeile um Seemeile zurückgelegt und auch so mancher Knoten wurde erreicht. An einer Wasserhöheausgleichsstelle reichten uns Einheimische für einen schmalen Taler ihre Gaben aus dem eigenen Garten. 100% Chemie frei. Imposant war zudem die Reaktionsschnelligkeit und Tapferkeit der heutigen Jugend zu beobachten, als man ohne zu zögern in die Fluten sprang, um das soeben hineingefallene Kommunikationsgerät zu retten. Da staunten auch die Erzeuger nicht schlecht.

Nach einer schier unendlichen Gerade-aus-ohne-Schatten-Kanal-Fahrt erreichten wir mit Müh und Not den Hof der Jugendherberge Lübben. Mit einem leichten Sonnenstich wurden die Boote an Land gehievt, die Zelte aufgebaut, das leckere Grill-Buffet zum Abendessen eingenommen und endlich ein kühles Blondes geöffnet. Der Abend wurde wieder bei interessanten und tiefgründigen Gesprächen rund ums Leben verbracht. Nachts lauschten einige noch den Geschichten der einheimischen Bevölkerung welche sich lange nicht gesehen haben mussten, denn was da bis in die Morgenstunden gesabbelt wurde hielt nicht mal die stärkste Mücke aus.

Spreewald
örtliche Schönheit

3. und letzter Akt – Unterer Spreewald

Der nächste Tag weckte uns mit Sonnenschein und guter Laune. Es wurde der morgendliche Kaffee und das reichhaltige Frühstück zu sich genommen. Danach wurden die Zelte und Klamotten verstaut und schon wurde wieder in See gestochen. Einer dieser nächtlichen Störenfriede schoss noch ein Bild von unserer Wasserwandergruppe und wir paddelten von dannen. Die ersten kleinen gruppeninteren Wettkämpfe in Form von Schnellpaddeln erheiterten den Rest der Mannschaft. Einige konnte sich absetzen, wurden aber vom Verfolgerfeld rasch wieder eingesammelt. Die vorbeikommende Natur beruhigte die erhitzten Gemüter wieder und so nahmen wir eine Schleuse nach der Anderen. Phasenweise durfte unser Jüngster im Bunde die Wasserhöhenausgleichsstelle bedienen und uns sicher auf das nächste Niveau hieven. Wobei sich mancher einen schon mal abbrechen kann… so ging Paddel II kaputt. Die Mittagspause verbrachten wir in einem schönen OpenAir-Wirtshaus. Angenehme Speisen und schöngeistige Getränke wurden serviert und mundeten dem Gaumen. Eine schöne Ureinwohnerin rundete zudem den positiven Gesamteindruck ab.

So ging es zurück in die Boote um die letzten Seemeilen zurückzulegen. Frisch gestärkt geht das natürlich am Besten. Wenn da nicht wieder die Plagegeister von Mücken und die heftigen Sonnenstrahlen gewesen wären. Wir wären aber nicht die LPG, wenn wir nicht auch diese Herausforderung meistern würden… und so erreichten wir unser Bestimmungsziel - Groß Wasserburg. Am Ende unserer Kräfte sprangen wir alle ins kühle Nass… beseitigten das ganze Gelumbs und genossen die Frische der Spree oder einer ihrer Arme.

Spreewald
Ende gut, alles gut

Zum Abschluss wurde die ganze Flotte an Land bugsiert, trocken gelegt, auseinandergebaut und in die einzelnen Fahrzeuge verstaut. Jetzt galt es nur noch die km bis in den Heimathafen Dresden zu überwinden, aber auch das wurde problemlos bewältigt.

So kann man rückblickend von einem schönen und ereignisreichen Wochenende im Sommer 2014 sprechen. Aber auch in Brasilien ist im Sommer 2014 ja sportlich so einiges passiert.


Bericht: Björn / Bilder: privat

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