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Norditalien (Kapitel 2) - Fella und Tagliamento

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Nach der Vogalonga fahren wir in den nordöstlichsten Teil Italiens - Zu den Flüssen in der Nachbarschaft des Triglav

Tag 5 - Schöne Tour trotz Rückzug

Fella - Unser Gruppenbild am Zustieg

 

  • Risikobesprechung an der Einsatzstelle der Fella, oberhalb von Resiutta - Alle Kajaks sind abgeladen und jeder präpariert sein Boot. Das trübe, türkisfarbene Wasser sprudelt hier schnell zwischen Felsen und Geröll vorbei. Mit den langen Tourenkajaks scheint uns die Stelle hier aber zu gefährlich.
  • Gleicher Fluss, ein paar Kilometer flussab. Die defensive Entscheidung ist im Zweifelsfall immer die richtige. So starten wir, wo die Fella etwas gemäßigter und geradliniger verläuft, wenige Kilometer von der Mündung der Fella in den Tagliamento. Steffen und Stefan entscheiden sich gegen die Befahrung und erklären sich bereit den Begleitbus zu fahren.
  • Die Fella hat eine gute Strömung und wir schießen zwischen den Kiesbänken dahin. Bei Zeiten müssen wir die Boote über ein Wehr heben und uns einen fahrbaren Weg durch das Delta der Fella an der Mündung zum Tagliamento suchen. Bei jeder Verzweigung müssen wir schnell die Entscheidung treffen, welcher Flussarm für uns genug Wasser führt.
  • Nach der Mündung der Fella in den Tagliamento geht es gemächlicher weiter Richtung Gemona. In einer Kurve prallt die Strömung stark an einen außen liegenden Felsen und wir entscheiden auszusteigen und treideln um die Stelle herum. Bis zum Wehr von Gemona geht es durch einen einzigartige Bergkullisse und wir beenden unsere Etappe. Wir lassen uns von den Shuttle-Bunnies zum Campingplatz bringen.

 

 

Tag 6 - Italien kann kalt sein

Entspannt geht es die letzten Kilometer bis Gemona

 

  • Nachdem zwei von uns die Heimreise antreten, wollen wir den Tagliamento weiterpaddeln. Diesmal fährt Thomas das Begleitfahrzeug. Wir starten unterhalb unseres gestrigen Anlegepunktes und ein schmaler Pfad führt durch das Uferdickicht und bringt uns an einen kleinen Flussarm am Rand des Flussbettes. Er ist gerade tief genug um paddelbar zu sein. Pünktlich beim Einstieg fängt aus den tiefhängenden, grauen Wolken ein stetiger Regen an. Wir sind froh über unsere Paddeljacken und sitzen zum Glück warm im geschlossenen Kajak.
  • Nichts kann uns aufhalten – außer vielleicht das nächste Wehr, welches wir bereits nach kurzer Zeit erreichen. Wohl oder übel müssen wir aussteigen und über das Schrägwehr treideln. Die Boote schrabbern an der langen Leine über die großen, rutschigen Wackersteine und wir balancieren hinterher.
  • Wie schon am Vortag auf der Fella sind wir permanent darauf bedacht, dass wir zusammen bleiben und nicht in unterschiedliche Flussarme abbiegen. Eine Wiedervereinigung der Gruppe kann am Tagliamento lange dauern, weil er sich in seinen kilometerbreiten Bett zahlreich verzweigt. Und so passiert es, dass Hardy in einen anderen Seitenarm als Andreas und ich gezogen wird und binnen einiger hundert Meter Flussstrecke sieht man seinen Kopf nur noch gelegentlich über die Kiesbänke lugen. Beim nächsten Drei-Stufen-Wehr befindet sich Hardy bereits in der Mitte des Flussbettes, während wir einige hundert Meter weiter rechts am Flussufer mit unserem Teil des Tagliamento ankommen. Die Bewältigung dieser drei Stufen ist eine schöne Abwechslung, auch wenn uns die Kälte langsam in die Knochen zieht. Nach einem intensiven Schauer klart die Sicht plötzlich auf und wir lassen den Regen entgültig hinter uns. Am Ende wartet schon Thomas auf uns, der unser venezianisches Banner am Ufer gehisst hat, damit wir den Treffpunkt nicht verfehlen.
  • Der restliche Tag vergeht wieder in ausgiebigem Regen und auf dem Campingplatz sitzen wir vermummt unter der Plane zwischen unseren Autos. Es fühlt sich nicht an, wie Italien im beginnenden Sommer. Wir müssen den italienischen Nordpol mit Regen gefunden haben. Um so überraschender ist der nächste Morgen.

 

 

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Reinhard "Hardy" Schier

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